Magento 1 oder Magento 2?<br><span>PRO und CONTRA beider Systemversionen</span>
// Kapitel 01

Magento 1 oder Magento 2?
PRO und CONTRA beider Systemversionen

Seit November 2015 ist die Nachgängerversion von Magento 1, Magento 2.0, veröffentlicht. Doch welches der beiden Systeme kann was? Was wurde bei Magento 2 weiterentwickelt, was geändert? Warum sollte ein Shopbetreiber Magento 2 wählen bzw. auf die neuere Version aufrüsten? Für die Wahl pro Magento 2 spricht eindeutig, dass der offizielle Support für Magento 1 ab Juni 2020 eingestellt wird. Wer bereits einen Magentoshop mit der Version 1 betreibt, sollte sich eingehend mit dem Thema Magento 2 beschäftigen.

Magento 1

Vorteil von Magento 1 ist, dass dieses System, aktuell in der Version 1.9.3 (Community Edition) und 1.14.3 (Enterprise Edition), äußerst stabil läuft. Das hohe Niveau dieser Software-Architektur lässt viele individuelle Anpassungsmöglichkeiten und Funktionen zu.

Neben der Standardgrundversion ist, je nach Bedarf, die Shopware Magento 1 dank sehr vieler Module (frei sowie kostenpflichtig) und noch mehr Entwickler weltweit anpassbar. Die Originialdaten müssen dabei nicht umgeschrieben werden, was das System zuverlässig und sicher macht. Lediglich der erwähnte auslaufende Support ab 2020 und die dadurch stagnierte Weiterentwicklung ist ein vieldiskutiertes Problem unter Magento-Spezialisten. Für kleinere Agenturen, Händler und auch Freelancer, die alleine Ihren Shop realisieren möchten, ist Magento 1 im Augenblick noch die bessere Lösung.

Durch das Wegfallen jeglichen Supports von Magento 1 ist jedoch der Umstieg auf die Nachfolgerversion unvermeidbar, insbesondere wenn der Schwerpunkt von Agenturen und Unternehmen auf E-Commerce liegt. Die Folgen des fehlenden Supports machen sich vor allem in Sicherheitslücken bemerkbar, denn weder für die Community als auch für die Enterprise Version wird es Security-Patches Magento-seitig mehr geben.

Für größere und große Händler kommt ein zusätzliches Problem auf, wenn (interne) Sicherheitsstandards nicht mehr eingehalten werden können und wenn Zahlungsdaten vom Onlineshop direkt verarbeitet werden, ist die Abkehr von Magento 1 nicht zu verhindern. Letztendlich kann sich das Warten bis Mitte 2020 aber auszahlen. Vielleicht kann bis dahin die globale Magento-Entwicklercommunity mit einer Lösung des Problems „Einstellung des Supports“ aufwarten.

Sinnvoll ist es allemal, auch für kleinere Shops, sich mit dem neuen Shopsystem Magento 2 auseinanderzusetzen und sich mit den technischen Handgriffen vertraut zu machen, damit einem erfolgreichen Upgrade spätestens 2020 nichts im Wege steht.

Magento 2

Diese Systemversion ist seit 2015 verwendbar. Wie allerdings so einige Software steckte auch Magento 2 noch eine Zeit lang in den Kinderschuhen, was sich Instabilität und Fehlerhaftigkeiten äußerte. Seit 2017 gibt es die Version 2.2, die einige der Kinderkrankheiten ablegen konnte und deutlich stabiler läuft. Dank eines Community-Engineering-Programms haben weltweit Agenturen und Magento-Entwickler an der Behebung der Systemfehler partizipiert.

Magento 2 verfügt über eine erstklassige Software-Architektur inklusive eines Core-Codes mit automatisierten Tests. Wer als Magento-Entwickler oder -Agentur eigene Erweiterungen schreibt, erfährt mit Magento 2 einige Vereinfachungen, die Quelldateien bleiben bestehen. Das System Magento 2 ist um einiges komplexer als die Vorgängerversion und die Entwicklungszeiten verlängern sich deutlich.

Diese Shopsystemversion hat noch ein paar Schwachstellen bei der Programmierung von Funktionen,die selbst Entwickler, die tief in der Materie von Magento 2 stecken, nur mit hohem Zeitaufwand anpassen können. Magento 2 ist im Gegensatz zu Magento 1 noch nicht vollends ausgereift, dank stetiger Weiterentwicklung wird das Shopwaresystem jedoch stetig optimiert, so dass die anfänglichen Probleme kaum mehr ins Gewicht fallen und Magento 2 mittlerweile absolut praxistauglich ist. Die Komplexität der zweiten Version von Magento erfordert Know-How auf höchstem Niveau. Agenturen oder Shops tun hier gut daran, ein eigenes Entwicklerteam zu haben, um einen langfristig stabilen, anpassungsfähigen und sehr performanten Shop umzusetzen.

Fazit

Es gibt kein eindeutiges pro und contra beider Systemversionen. Einzig das Auslaufen des Magento 1-Supports seitens Magento/Adobe Inc. selbst spricht für die Umstellung auf Magento 2. Aufgrund der hohen Komplexität lohnt sich diese neuere Version allerdings eher für größere Agenturen und Shops. Kleineren Shops sollten eventuell den Blick über den Tellerrand der Shopware-Softwaresysteme hinaus richten oder sich Zeit nehmen, sich in das komplexere Magento 2 einzuarbeiten. WooCommerce als Open Source Shop-Plugin, Shopware oder Gambio sind nur ein paar der Alternativen zu Magento. Allgemeingültig kann bezüglich der E-Commerce-Systeme keine Empfehlung gegeben werden. Zu sehr ist die Wahl von individuellen Shopfaktoren (Budget, Entwicklerfähigkeiten, Sortiment, …) abhängig.