Die besten Webanalysetools

Web-Entwicklung | 20.10.2017

Piwik

Piwik gilt als datenschutzfreundliche Alternative zu Google Analytics und erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Der Grund dafür ist, dass die gewonnenen Daten nicht in einer Cloud gespeichert werden, sondern auf dem eigenen Server liegen. Des Weiteren ist Piwik eine quelloffene, freie Software, die auf der Programmiersprache PHP basiert und wird kostenlos zum Download angeboten. Der Zugriff auf die REST-API ist unlimitiert und Userdaten werden nur erhoben, falls von ihnen eine Einverständniserklärung abgegeben wurde. Zudem respektiert Piwik das zuvor vom User festgelegte „Do-not-track-Feature“.

Welche Daten werden von Piwik erfasst?

Die mit Piwik erfassten, detaillierten Statistiken von Besuchern auf Ihrer Website geben Aufschluss zu der Wirksamkeit und Attraktivität Ihres Angebots. Zusätzlich erhalten Sie einen Einblick in viele relevante Online-Marketing-Faktoren. Details wie Suchbegriffe, die verwendete Suchmaschine, Herkunft der Besucher, Browser, Aufenthaltsdauer und vieles mehr lassen sich so optimieren, nachverfolgen oder analysieren. Ein großer Vorteil bei Piwik ist, dass die verantwortlichen Mitarbeiter in Unternehmen die vollständige Kontrolle und Steuerung der erhobenen Daten haben. Die erfassten Daten werden in Statistiken in Echtzeit angezeigt und lassen sich direkt auf dem Server einsehen.

Einstellungen

Da IP-Adressen als personenbezogene Daten unter einem besonderen Schutz stehen, dürfen sie nicht gespeichert werden. Dafür leistet das Plug-in „AnonymizIP“ hervorragende Dienste. Die empfohlene Einstellung des Plug-ins ist, die Anonymisierungsform ip_adress_mask_length=2 zu verwenden.

Des Weiteren müssen Sie eine Widerspruchmöglichkeit für Ihre Besucher bereitstellen. Durch die Webanalyse mit Piwik werden Cookies auf dem Rechner des Nutzers gespeichert. Bei Piwik wird die Widerspruchmöglichkeit mithilfe eines iFrames realisiert, dessen Code auf die entsprechende Website implementiert werden muss. Nach § 15 Abs. 3 des Telemediengesetzes (TMG) ist es heute Pflicht, den User darauf hinzuweisen. Die Authentifizierungs-Cookies haben eine Standard-Lebensdauer von 30 Tagen, können jedoch in der config.ini.php-Datei geändert werden. Damit der Datenschutz gewährleistet ist, sollten Cookies nicht länger als nötig gespeichert werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, die Lebensdauer so weit wie möglich zu verringern. Eine generelle Empfehlung ist es, die Lebensdauer der Cookies auf eine Woche zu beschränken.

Goals

In Piwik können Sie Ziele – sogenannte Goals – definieren. Dabei handelt es sich um Aktionen, die Nutzer durchführen sollen und die den Erfolg Ihrer Website dokumentieren. Noch deutlicher formuliert: Ihre Strategie und Priorisierungen, die Sie für Ihre Website festlegen. Anhand der daraus analysierten und gewonnenen Daten können Sie gezielt Ihre Website optimieren und anschließend eine verbesserte Nutzererfahrung herstellen. Zu den Goals gehören beispielsweise Newsletter-Anmeldungen, Downloads, Verkäufe und vieles mehr. Mithilfe des Trackings wird gemessen, wie erfolgreich Sie in der Realisierung der „Goals“ sind.

Fazit zu Piwik

Piwik hat viele Vorteile und bietet eine solide Lösung zur Analyse des Besucherverhaltens. Neben den datenschutzrelevanten Gründen profitieren Sie von einer einfachen Installation, automatischen Updates, einer übersichtlichen und intuitiven Benutzeroberfläche, der Umgehung von Script-Blockern und einer eindeutigen Zuordnung von Besuchern zu einer IP-basierten ID.

Open Web Analytics

Eine weitere Alternative zu Google Analytics bietet Das Open Source Projekt Open Web Analytics. Es bietet eine ähnlich gestaltete Oberfläche und gleich anmutende Funktionen wie die Lösung von Google. Ein großer Vorteil ist die kostenlose Verfügbarkeit. Des Weiteren gibt es keine Limits bei der Anzahl der Datensätze und getrackten Websites. Integrierte Tool Statistiken zu Conversions und eigens definierte Ereignisse sind ebenfalls mit an Bord.

Eine Besonderheit ist die implementierte Heatmap-Funktion. Dabei werden Daten gesammelt, die Mausbewegungen der User auf Websites analysieren. So erhalten Sie eine spannende und für weitere Optimierungsmaßnahmen hilfreiche Übersicht, wie sich User auf Ihrer Website bewegen, welche Elemente angeklickt werden und wie das Scrollverhalten ist.

In Verbindung mit WordPress bietet sich die Nutzung des Plug-ins an. Hier werden die erforderlichen Datenbanken automatisch in WordPress erzeugt und können dort komfortabel genutzt werden.

Datenschutz

Ebenso wie Piwik setzt die Open Source-Lösung Open Web Analytics auf eine besonders datenschutzfreundliche Auswertung der gewonnen Daten. Es gibt verschiedene Arten des Trackings, die jeweils individuell eingestellt werden können. Auf Github werden alle Tracking-Codes zur Verfügung gestellt und einzeln erläutert. Ob E-Commerce-Tracker oder Javascript-Codeschnippsel: So stehen Ihnen vielfältige Webanalyse-Optionen zur Optimierung bereit.

Fazit

Viele Anwender von Open Web Analytics bemängeln die doch recht schlechte Performance der Lösung. Deswegen ist sie unserer Meinung nach wahrscheinlich eher für kleine Webprojekte geeignet. Nutzer, die auf eine datenschutzkonforme Lösung setzen möchten und bisher mit Google Analytics gearbeitet haben, werden sich in der Oberfläche gut zurecht finden. Auch Installation und Funktionalität adaptieren das Google-Tool. Wer zudem eine Heatmap-Analyse benötigt, ist bei Open Web Analytics gut aufgehoben.

Google Analytics

Das bekannteste und nicht minder beliebteste Webanalyse Tool ist Google Analytics. Jeder Webseitenbetreiber kann kostenlos die Datenauswertung durch das umfangreiche Werkzeug durchführen lassen. Auch Suchmaschinenoptimierung lässt sich mithilfe des Instruments realisieren.

Wer bereits über ein Google-Konto verfügt, kann sich auch bei Google Analytics registrieren. Danach erhält man einen Tracking-Code, der in den-Bereich der Website implementiert werden muss, um die erforderlichen Daten zu sammeln. Websites, die mithilfe eines CMS realisiert werden, bieten nützliche Implementierungshilfen oder Plug-ins für den Code von Google an.

Jeder Nutzer von Google Analytics erhält eine eindeutig identifizierbare Zahlen-Buchstaben-Kombination – die ID – mit deren Hilfe die Tracking-Daten zugeordnet werden. Interessant zu wissen: Die ID beginnt immer mit der Buchstabenfolge „UA“. Im Jahr 2005 hat Google den bis dato kostenpflichtigen Dienst „Urchin“ gekauft, der Logfiles analysierte und sozusagen als erster Webanalysedienst fungierte. Die von Urchin vorgegebenen IDs begannen damals mit UA, das für Urchin Account stand. Der Einfachheit halber beließ Google es dabei.

Datenschutz

Seit 2016 ist Google Analytics nach dem EU-US-Privacy-Shield zertifiziert. Datenschutzrechtlich ist der Einsatz des Tools somit legitimiert. Allerdings monieren Kritiker, dass bei einem Einsatz out-of-the-box die Richtlinien nicht korrekt eingehalten werden. Es sind also einige Anpassungen nötig, um Google Analytics datenschutzkonform einzusetzen. Zum einen benötigen Sie eine Erweiterung zur Anonymisierung der IP-Adressen, bei dem die letzten 8 Bit der IP-Adressen gelöscht werden.

Des Weiteren sollten Sie den Vertrag der Auftragsdatenverarbeitung zur Kenntnis nehmen und möglichst an Google übergeben. Nach Ansicht der zuständigen Aufsichtsbehörden fungieren Sie als Auftragsnehmer und Google als Auftragsgeber – eine gemeinsame Vereinbarung ist deswegen sinnvoll. Auch sollten Sie Ihren Usern das Widerspruchsrecht gegen die Erfassung von Nutzerdaten einräumen. Google stellt Ihnen dafür ein Opt-out-Cookie zur Verfügung, dessen Script im Quelltext eingefügt werden muss.

Zum anderen benötigen Sie eine angepasste Datenschutzerklärung, die den Nutzer über die Weiterverarbeitung der Daten aufklärt. Zuletzt ist zu beachten, dass in Google Analytics Properties der Nutzer erstellt werden, die nach Ansicht der Aufsichtsbehörden unrechtmäßig sind und demnach gelöscht werden müssen.

Funktionen und Vorteile

Google Analytics ist ein extrem mächtiges Tool, mit dem Sie fast alle Daten über Ihre Besucher sammeln und auswerten können.

Ihre Zielgruppe können Sie mittels Herkunft, verwendeten Betriebssystemen und anderen Nutzerverhalten bestens untersuchen. Auch demografische Merkmale lassen sich in Google Analytics herausfinden. Eine Segmentierung der erfolgreichsten Webseiten in Echtzeit ist ebenfalls möglich. Durch den Page Value erhalten Sie Aufschluss über besonders stark frequentierte Landingpages und mehr. Mithilfe der vielfältigen Optimierungsmaßnahmen wie Verbesserung der Conversions, dem Besucherverhalten und A/B-Testing schaffen Sie so eine solide Grundlage zur Verbesserung Ihres Web-Projekts.

Einen Nachteil hinsichtlich Google Analytics sollte man jedoch nicht vernachlässigen: Die Anzahl der Datensätze ist auf 5 Millionen beschränkt. Bei großen Webprojekten kann es schnell geschehen, dass das vorhandene Kontingent so ausgeschöpft wird. Piwik ist dann die sinnvolle Alternative – es bietet eine unbegrenzte Anzahl an Datensätzen.

Fazit

Alle drei Webanalyse-Tools haben individuelle Stärken und Schwächen. Am bekanntesten und am weitesten verbreitet ist nach wie vor Google Analytics. Es bietet auch einen hervorragenden Funktionsumfang, mit dem es sehr gut möglich ist, Websites gut zu optimieren und das Nutzerverhalten zu analysieren. Wer mehr Wert auf die Privatsphäre seiner Nutzer legt, sollte einen Blick zu Piwik oder auch zu Open Web Analytics riskieren. Beide Alternativlösungen sind keine Nischenprodukte, sondern ernstzunehmende Konkurrenz gegenüber dem Flaggschiff von Google.

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